KI-gestützte Quellenzusammenfassung: Ein als Working Paper veröffentlichtes Papier der Universität Tübingen ordnet die Programmatik der Bundes-AfD seit ihrer Gründung überwiegend als marktliberal, unternehmensfreundlich und fiskalkonservativ ein. Der Politikwissenschaftler und Soziologe Floris Biskamp erstellte die Datenauswertung für das ARD-Magazin „Panorama“. Tagesschau.de berichtete am 13. August 2026 darüber.
Für das Papier wurden fünf Zugänge kombiniert: eine qualitative Analyse von zehn bundesweiten AfD-Programmen seit 2013, eine quantitative Auswertung von Bundestagswahlprogrammen mit Daten des Manifesto Project, Antworten der Parteien im Wahl-O-Mat, Einschätzungen aus der Chapel Hill Expert Survey sowie Wahrnehmungen von Wahlberechtigten aus der German Longitudinal Election Study. Nach Biskamps Gesamtbewertung ergibt sich trotz einzelner Abweichungen ein konsistentes Bild: Die Bundes-AfD bewege sich wirtschafts- und sozialpolitisch in der Nähe von Union und FDP, in den meisten Auswertungen näher an der FDP.
Tagesschau.de hebt eine der Wahl-O-Mat-Auswertungen hervor. Auf einer vom Autor selbst berechneten Skala von null für ein maximal umverteilendes bis 100 für ein maximal marktliberales Antwortverhalten erreicht die AfD für die Bundestagswahl 2025 demnach 92 Punkte; die FDP kommt auf 100 und CDU/CSU auf 79. Das ist kein offizieller Wahl-O-Mat-Wert, sondern ein methodischer Positionswert des Autors. Er ist weder ein Stimmenanteil noch eine Messung tatsächlicher Regierungsarbeit oder konkreter Folgen.
Das Working Paper stellt die Programmatik in den Kontext der Wählerstruktur. Tagesschau.de berichtet unter Verweis auf Wahlanalysen, dass die AfD bei der Bundestagswahl 2025 unter Arbeitern besonders stark abschnitt. Biskamp bewertet die von ihm untersuchten wirtschafts- und sozialpolitischen Positionen zugleich als für Menschen mit niedrigen Einkommen eher nachteilig. Das ist eine analytische Schlussfolgerung des Autors, keine in diesem Papier gemessene Regierungsfolge.
Für die Reichweite der Ergebnisse sind mehrere Grenzen wichtig: Untersucht wird ausdrücklich die Bundes-AfD; der Autor weist darauf hin, dass einzelne ostdeutsche Landesverbände, insbesondere Thüringen und Sachsen-Anhalt, teilweise andere Positionen vertreten. Die Datenquellen erfassen außerdem unterschiedliche Dinge – beschlossene Programme und Parteiantworten, inhaltliche Codierungen sowie Einschätzungen von Fachleuten und Wahlberechtigten. Das Papier diskutiert unter anderem Interpretationsspielräume bei der Auswahl von Wahl-O-Mat-Aussagen, eingeschränkte Vergleichbarkeit zwischen Wahljahren und mögliche Vorannahmen in Expertenurteilen.
Die Untersuchung vergleicht damit programmatische Positionen und Wahrnehmungen. Sie prüft nicht die Umsetzung in einer Regierung. Die Zusammenfassung macht Methode, Reichweite und Wertungen kenntlich und übernimmt die Schlussfolgerungen nicht als eigene, unabhängig bewiesene Prognose.
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Recherchekontext
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