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Wahlanalyse AfD Sachsen-Anhalt 2026 in einfacher Sprache

Einfache Sprache

Wahlanalyse AFD Sachsen-Anhalt 2026

Eine leicht verständliche Fassung der Analyse zum Landtagswahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt 2026.

Textgrundlage: Landtagswahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt 2026.

Worum geht es?

Diese Analyse untersucht das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt für die Landtagswahl 2026.

Es geht nicht darum, Menschen zu beschimpfen. Es geht darum, genau zu prüfen:

  • Welche Worte benutzt die AfD?
  • Welche Bilder von Gesellschaft entstehen dadurch?
  • Welche Gruppen gehören aus Sicht des Textes dazu?
  • Welche Gruppen werden als fremd, gefährlich oder störend dargestellt?
  • Was würde passieren, wenn die Forderungen umgesetzt würden?

Wichtigster Befund

Der wichtigste Befund lautet: Das Programm enthält einige normale politische Forderungen. Es enthält aber auch ein starkes Weltbild. In diesem Weltbild soll Sachsen-Anhalt vor allem deutsch, national, traditionell und kulturell einheitlich sein.

Menschen, die nicht in dieses Bild passen, werden im Text oft als Problem beschrieben.

Das betrifft vor allem:

  • Geflüchtete
  • Migranten
  • Muslime
  • queere Menschen
  • Menschen mit anderen Familienformen
  • linke, feministische, antirassistische und klimapolitische Gruppen

Wo sind die Probleme?

Das Programm arbeitet oft mit harten Gegensätzen.

Auf der einen Seite stehen im Text:

  • das deutsche Volk
  • deutsche Kinder
  • deutsche Eltern
  • Heimat
  • Tradition
  • Ordnung

Auf der anderen Seite stehen im Text:

  • Migration
  • Islam
  • Gender
  • Regenbogen
  • Klimapolitik
  • Antirassismus
  • politische Bildung gegen Rechtsextremismus

Dadurch entsteht ein einfaches Bild: Das Eigene ist gut. Das Andere ist gefährlich.

Was heißt „neurechts“?

„Neurechts“ meint eine politische Strömung. Sie spricht oft nicht offen von Rasse. Sie spricht lieber von Kultur, Identität, Heimat und Volk.

Ein wichtiger Gedanke ist: Gruppen sollen kulturell getrennt bleiben. Migration gilt dann nicht als normaler Teil einer offenen Gesellschaft. Migration gilt als Gefahr für die eigene Kultur.

Ein anderer wichtiger Gedanke ist: Politik soll zuerst Kultur verändern. Also Schule, Medien, Wissenschaft, Kunst und politische Bildung. Danach soll sich auch die Macht im Staat ändern.

In der Forschung nennt man das oft Metapolitik. Das bedeutet: Kampf um Denken, Sprache und Kultur.

Wichtige Beispiele aus dem Programm

1. „Aussterben des Deutschen Volkes“

Das Programm spricht davon, dass das deutsche Volk aussterbe. Damit wird Familienpolitik zu Volkspolitik.

Folge: Kinder werden nicht einfach als Kinder gesehen. Sie werden danach bewertet, ob sie zum Fortbestand des deutschen Volkes beitragen.

2. Geld für Babys nur mit deutschem Elternteil

Ein Baby-Begrüßungsgeld soll es nur geben, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist.

Folge: Zwei Babys im selben Ort würden unterschiedlich behandelt. Ein Baby bekommt Geld, das andere nicht, weil die Eltern den falschen Pass haben.

3. Familie nur als Vater, Mutter und Kinder

Das Programm stellt die Familie aus Mann, Frau und Kindern als normale Form dar. Andere Lebensformen werden abgewertet.

Folge: Ein Kind mit zwei Müttern oder zwei Vätern würde in Kita und Schule weniger Anerkennung erleben.

4. „Remigration“

Das Programm spricht sehr oft von Rückkehr, Abschiebung und Remigration.

Folge: Integration wäre nicht mehr das Ziel. Viele Menschen würden vor allem als Menschen gesehen, die wieder gehen sollen.

5. Asyl als „Gnadenrecht“

Das Programm will das Grundrecht auf Asyl in ein Gnadenrecht umwandeln.

Folge: Schutz vor Verfolgung wäre weniger ein Recht. Er wäre stärker von politischem Willen abhängig.

6. „Kulturfremde Fachkräfte“

Das Programm warnt vor Fachkräften aus anderen Kulturen.

Folge: Auch gut ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte oder Ingenieure würden schneller als Risiko gelten.

7. Islam gehört nicht dazu

Das Programm sagt: Der Islam gehört nicht zu Deutschland und nicht zu Sachsen-Anhalt.

Folge: Muslime dürften zwar rechtlich glauben. Politisch würden sie aber als fremd markiert.

8. Regenbogenflaggen an Schulen verbieten

Das Programm will Regenbogenflaggen an Schulen verbieten.

Folge: Queere Jugendliche würden weniger Zeichen sehen, dass sie sicher und anerkannt sind.

9. Politische Bildung umbauen

Die Landeszentrale für politische Bildung soll ersetzt werden. Es soll ein Institut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität geben.

Folge: Demokratiebildung könnte weniger offen und plural werden. Sie würde stärker auf nationale Identität ausgerichtet.

10. Schutz für das „Deutschtum“ im Strafrecht

Wer Deutschland, das deutsche Volk oder nationale Symbole verunglimpft, soll bestraft werden können.

Folge: Kritik, Satire oder Protest gegen nationale Symbole könnten gefährlicher werden.

Was ist auch normale Politik?

Nicht alles im Programm ist automatisch neurechts.

Es gibt auch Forderungen, die man normal politisch diskutieren kann:

  • kostenlose Kita-Plätze
  • kostenloses Schulessen
  • mehr Vorlesen für Kinder
  • bessere Feuerwehr
  • bessere Krankenhäuser
  • besserer Rettungsdienst
  • mehr sozialer Wohnungsbau
  • bessere digitale Infrastruktur
  • weniger Bürokratie

Problematisch wird es dort, wo solche Forderungen mit Ausgrenzung verbunden werden.

Zum Beispiel: Familienförderung ist normal. Aber Familienförderung nur für Deutsche ist etwas anderes.

Was wären die Folgen?

Wenn das Programm vollständig umgesetzt würde, würde sich viel ändern.

Für Geflüchtete und Migranten: Sie hätten weniger Beratung, weniger Integration und mehr Druck zur Rückkehr.

Für Muslime: Ihre Religion würde stärker als fremd behandelt.

Für queere Menschen: Sie wären in Schule, Kita und Förderung weniger sichtbar.

Für Vereine: Sie müssten sich stärker patriotisch zeigen, wenn sie Geld vom Staat wollen.

Für Wissenschaft und Kultur: Forschung und Kunst würden stärker danach bewertet, ob sie zur deutschen Identität passen.

Für Kinder: Kinder würden stärker lernen, was angeblich normal ist und was nicht.

Was ist am Grundgesetz problematisch?

Einige Forderungen könnten mit dem Grundgesetz in Konflikt geraten.

  • Asyl als Gnadenrecht kann das Recht auf Schutz vor Verfolgung schwächen.
  • Beschränkungen gegen den Islam können die Religionsfreiheit berühren.
  • Deutschpflicht bei Demonstrationen kann Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit berühren.
  • Strafrechtlicher Schutz für „Deutschtum“ kann Kritik und Satire einschüchtern.
  • Fördergeld nur bei patriotischem Bekenntnis kann Vereine politisch unter Druck setzen.
  • Politischer Druck auf Wissenschaft kann die Wissenschaftsfreiheit gefährden.

Klartext

Diese Punkte sagen nicht das Weltbild der AfD nach. Sie sagen, was die Forderungen praktisch tun würden.

  • Die AfD will Sachsen-Anhalt stärker nach deutscher Zugehörigkeit ordnen. Ein Mensch, der hier lebt, aber nicht in das deutsche Mehrheitsbild passt, würde weniger dazugehören.
  • Die AfD will Familienpolitik zur Bevölkerungspolitik machen. Eine Familie ohne deutschen Elternteil hätte schlechtere Chancen auf Förderung.
  • Die AfD will Migration nicht als Teil der Gesellschaft behandeln, sondern vor allem als Problem, das beendet werden soll. Eine geflüchtete Familie würde eher als Rückkehrfall gelten.
  • Die AfD will Asyl weniger als Recht und mehr als politische Erlaubnis behandeln. Ein verfolgter Mensch wäre stärker vom Willen des Staates abhängig.
  • Die AfD will queere Sichtbarkeit zurückdrängen. Ein queerer Jugendlicher würde weniger Zeichen von Schutz und Anerkennung sehen.
  • Die AfD will den Islam kulturell zurückdrängen. Ein Muslim würde stärker als fremd gelten.
  • Die AfD will politische Bildung, Kultur und Wissenschaft auf nationale Identität ausrichten. Eine kritische Wissenschaftlerin oder Künstlerin hätte mehr Druck.
  • Die AfD will Fördergeld an patriotisches Verhalten binden. Ein demokratischer Verein könnte Geld verlieren, wenn er als unpatriotisch gilt.

Zusammengefasst: Das Programm verbindet normale Politik mit einem großen Plan für eine national und kulturell enger gefasste Gesellschaft.

Fragen für Unterricht und Bildung

  • Wer gehört im Text zum „Wir“?
  • Wer wird als fremd oder gefährlich dargestellt?
  • Welche Worte klingen harmlos, können aber ausgrenzen?
  • Wo geht es um echte Probleme?
  • Wo werden echte Probleme benutzt, um Gruppen abzuwerten?
  • Welche Folgen hätte eine Forderung für eine konkrete Familie?
  • Welche Forderungen kann man normal demokratisch diskutieren?
  • Welche Forderungen gefährden gleiche Rechte für alle?