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Faktencheck: 525 Schweine nach mRNA-Impfung krank oder tot? Was der virale Clip belegt

Faktencheck

Geprüft und aktualisiert am 22. Juli 2026

Kurzfazit

Die Geschichte ist nicht belegt. Ein Rancher nennt in einem Video konkrete Zahlen zu 525 Schweinen. Er zeigt aber keine Studie, nennt keinen Betrieb, keinen Impfstoff und keine Veterinärbefunde. Er sagt auch nicht, dass es seine eigenen Schweine waren. Eine offizielle USDA-Zulassungszusammenfassung zu einem realen RNA-Partikel-Impfstoff für Schweine enthält andere Studien und nicht die viralen 525er-Zahlen.

Was wird behauptet?

Ein kurzer Clip wird als „atemberaubendes Geständnis“ eines Landwirts verbreitet. Darin heißt es, 525 Schweine seien mit einem „lebenden mRNA-Impfstoff“ behandelt worden. Nach 21 Tagen seien 25 Tiere tot, weitere anorektisch, lahm, in schlechter Kondition oder dem Tod nahe gewesen.

Der Sprecher wurde später als Braden Jensen identifiziert. Aus seiner Aussage geht jedoch nicht hervor, woher das angebliche Statistikblatt stammt oder wer den Versuch durchgeführt haben soll.

Was sagt Jensen tatsächlich?

Jensen sagt: „They took 525 hogs“ – „Sie nahmen 525 Schweine“. Er sagt nicht, dass es sein eigener Betrieb oder seine eigene Herde war. Er nennt auch keinen Produktnamen, Hersteller, Studienautor oder USDA-Bericht.

Die Geschichte ist damit eine öffentlich dokumentierte Aussage über einen nicht identifizierten Versuch, nicht ein dokumentierter Bericht über Jensens eigene Tiere.

Die 30-Prozent-Angabe geht rechnerisch nicht auf

Jensens Einzelzahlen ergeben addiert 137 Tiere. Bezogen auf 525 sind das rund 26,1 Prozent. Dabei ist noch unklar, ob Kategorien wie Lahmheit, Konditionsverlust und todnahe Symptome dieselben Tiere mehrfach erfassen.

Ohne Rohdaten lässt sich seine anschließende 70/30-Aufteilung daher nicht nachvollziehen.

„Lebende mRNA“ und „lebender Virusimpfstoff“ sind nicht dasselbe

Im Clip werden zwei unterschiedliche Begriffe verwendet. mRNA ist kein lebendes Virus. Ein modifiziert-lebender Virusimpfstoff und ein RNA-Partikel-Impfstoff sind ebenfalls nicht dieselbe Technologie.

Reale RNA-basierte Veterinärimpfstoffe für Schweine existieren. Das allein beweist aber weder, welches Produkt in der behaupteten Gruppe eingesetzt wurde, noch dass die genannten Ereignisse durch dieses Produkt verursacht wurden.

Was zeigt die offizielle USDA-Unterlage?

Die USDA-Zulassungszusammenfassung für Swine Influenza Vaccine, H1, RNA Particle beschreibt eine Wirksamkeitsstudie mit 57 Schweinen, eine Sicherheitsstudie mit 733 Schweinen und eine Reproduktionsstudie mit 776 tragenden Sauen.

Sie enthält keinen Versuch mit 525 Schweinen, keine 25 Todesfälle nach 21 Tagen und keine der im Clip genannten Zahlenreihen.

Damit ist die häufige Verknüpfung der viralen Geschichte mit dieser USDA-Unterlage nicht belegt.

Was fehlt für eine Kausalitätsprüfung?

Es fehlen Produkt- und Chargendaten, Veterinärakten, Sektionsberichte, Laborergebnisse, eine Kontrollgruppe, Basissterblichkeit und Informationen über Infektionen, Haltung und andere Behandlungen.

Ohne diese Unterlagen kann nicht festgestellt werden, ob die behaupteten Ereignisse stattfanden, wodurch sie verursacht wurden oder ob die Zahlen aus einer Studie, einem anderen Dokument oder einer fehlerhaften Überlieferung stammen.

Fazit

Der Clip belegt, dass Jensen die Zahlen genannt hat. Er belegt nicht den zugrunde liegenden Versuch und nicht die behauptete Impfkausalität. Die Darstellung als Geständnis über eigene Tiere ist ebenfalls nicht gedeckt.

Ein seriöser Faktencheck sollte deshalb weder einen bestätigten Impfskandal behaupten noch ohne Originaldaten erklären, ein möglicher Vorfall sei definitiv widerlegt. Der korrekte Status lautet: nicht verifiziert und in der verbreiteten Form wesentlich irreführend.

Quellen

  1. American Faith: „mRNA Livestock Vaccines Kill Animals: U.S. Rancher“, 06.04.2024. Frühe Sekundärquelle mit wortnaher Transkription des Clips.
    https://americanfaith.com/mrna-livestock-vaccines-kill-animals-u-s-rancher/

  2. USDA APHIS, Center for Veterinary Biologics: Summary of Studies Supporting USDA Product Licensure – Swine Influenza Vaccine, H1, RNA Particle, Produktcode 19A5.RC. Amtliche Primärquelle für das konkrete lizenzierte Produkt und seine Studien.
    https://www.aphis.usda.gov/sites/default/files/2024-05/165a-19a5rc.pdf

  3. USDA APHIS: Product Summaries by Animal Species: Swine. Amtliche Produktübersicht zur Unterscheidung von RNA-Partikel-, inaktivierten und modifiziert-lebenden Produkten.
    https://www.aphis.usda.gov/product-summaries-animal-species-swine

  4. Merck Animal Health: SEQUIVITY Swine Vaccine Platform. Herstellerquelle zur Plattform; ergänzende Herstellerquelle zur Plattform, kein unabhängiger Sicherheitsnachweis.
    https://www.merck-animal-health-usa.com/hub/sequivity/