Faktencheck
Faktencheck: Von mir aus kann die Ukraine gerne fallen
Eingereichter Ursprung
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Faketest-Ergebnis
Kurzfazit: 🔴 Überwiegend irreführend und in entscheidenden Punkten unbelegt. Der Beitrag enthält vor allem politische Werturteile; sein zentraler Tatsachenvorwurf, die Ukraine habe Deutschland durch die Sprengung von Nord Stream 2 angegriffen, wird durch die bereitgestellten Quellen nicht belegt und setzt Tatverdacht, Täterschaft und staatliche Verantwortung unzulässig gleich. Auch die im Kommentar genannte EU-Militärhilfe von angeblich zweimal 70 Milliarden Euro lässt sich anhand des abgeschnittenen Textes und der Treffer nicht bestätigen.
Gesamtbewertung:
- Tatsachenkern: Selenskyj wurde 2019 mit deutlicher Mehrheit zum ukrainischen Präsidenten gewählt. Die Ukraine erhält umfangreiche Unterstützung aus Europa. Diese beiden allgemeinen Tatsachen belegen jedoch weder eine ukrainische Regierungsverantwortung für die Nord-Stream-Sabotage noch die konkret genannte Summe und Laufzeit.
- Quellenstärke: Die automatisch gefundenen Treffer betreffen fast ausschließlich Selenskyj allgemein. Nur der Wikipedia-Treffer liefert im Auszug eine konkrete Information zu seiner Wahl; er ist eine Sekundärquelle. Zu Nord Stream, EU-Hilfszusagen oder einer angeblichen ukrainischen Täterschaft enthält die Trefferliste keine passende Primärquelle und keine belastbare Gegenprüfung.
- Framing/Wirkung: Der Satz „die Ukraine kann gerne fallen“ stellt den möglichen militärischen Zusammenbruch eines angegriffenen Landes als akzeptabel dar. „Dieses Land, das uns sogar angegriffen hat“ präsentiert eine umstrittene beziehungsweise nicht nachgewiesene Verantwortungszuschreibung als feststehende Tatsache. Dadurch werden Empörung, Abwehr gegenüber weiterer Hilfe und Feindseligkeit gegen die ukrainische Führung aktiviert.
- Was wird mit dem Leser versucht?: Kommunikativ zielt der Text erkennbar darauf, Zustimmung zu einem vollständigen Ende deutscher beziehungsweise europäischer Unterstützung zu erzeugen. Dazu werden die Ukraine, ihre Regierung und ein mutmaßlicher Anschlag zu einer einzigen Verantwortungsfigur verbunden. Dass zwischen einzelnen Tatverdächtigen, möglichen ukrainischen Verbindungen und einem nachgewiesenen staatlichen Auftrag erhebliche Unterschiede bestehen, wird ausgeblendet.
- Kritischer Befund: Eine persönliche Ablehnung von Hilfszahlungen ist als politische Meinung zulässig, aber kein Faktenbeleg. Problematisch ist die Begründung durch eine als Tatsache formulierte Anschuldigung. Ein Motiv des Verfassers jenseits der erkennbaren politischen Überzeugungsabsicht – etwa bewusste Täuschung oder koordinierte Propaganda – ist aus einem einzelnen Screenshot nicht nachweisbar.
ERKANNTER INHALT
Der wahrscheinlich gemeinte Wortlaut des Hauptbeitrags lautet:
„Von mir aus kann die Ukraine gerne fallen, die dortige Regierung um und mit Selenskyj gehört ohnehin dringend ausgetauscht. Hauptsache, uns kostet dieses Land, das uns sogar angegriffen hat (Nordstream 2), keinen Cent mehr.“
Sichtbarer Kontext:
„Wir wählen AfD“ „Andre Fischer · 2 Std.“
Darunter ist ein Kommentar nur teilweise sichtbar:
„Rene Oswald Und jetzt sagt die EU denen auch noch zwei Jahre jeweils 70 Mrd. Militärhilfe zu, da bekommt …“
Unsicherheiten durch OCR beziehungsweise Bildausschnitt:
- „den“ dürfte wahrscheinlich „denen“ heißen.
- „70mrd“ ist wahrscheinlich als „70 Mrd.“ zu lesen.
- Ob „jeweils“ 70 Milliarden Euro pro Jahr, pro Empfänger oder in einem anderen Sinn meint, ist wegen des abgeschnittenen Kommentars nicht eindeutig.
- Der nach „da bekommt …“ folgende Teil fehlt.
- Das genaue Veröffentlichungsdatum und die Herkunft des Screenshots sind nicht erkennbar. „2 Std.“ ist nur eine relative Zeitangabe.
- „Nordstream2“ ist offenbar als „Nord Stream 2“ gemeint. Bei der Sabotage im September 2022 wurden Leitungen des Nord-Stream-Systems beschädigt; die verkürzte Bezeichnung kann den tatsächlichen Gegenstand ungenau wiedergeben.
FAKTENCHECK NACH AUSSAGEN
Aussage: „Von mir aus kann die Ukraine gerne fallen.“
Bewertung: ⚪ nicht prüfbar
Warum: Das ist eine politische und moralische Meinungsäußerung, keine überprüfbare Tatsachenbehauptung. „Fallen“ ist zudem unscharf und kann militärische Niederlage, Regierungssturz oder Verlust staatlicher Souveränität bedeuten.
Quellenbezug: Keine Quelle kann ein persönliches Werturteil als richtig oder falsch bestätigen. Die bereitgestellten Selenskyj-Treffer sind hierfür ungeeignet.
Einordnung: Die Formulierung verharmlost die möglichen Folgen einer Niederlage der Ukraine und verschiebt die Aufmerksamkeit weg von Krieg, Besatzung und Bevölkerung hin zu einem bloßen Kostenargument. Sie soll wahrscheinlich Härte und Abgrenzung signalisieren und Unterstützung für die Ukraine als unnötige Belastung erscheinen lassen.
Aussage: „Die dortige Regierung um und mit Selenskyj gehört ohnehin dringend ausgetauscht.“
Bewertung: ⚪ nicht prüfbar
Warum: „Gehört ausgetauscht“ ist eine politische Forderung, keine objektiv prüfbare Tatsache. Überprüfbar ist lediglich der Hintergrund: Selenskyj gewann die ukrainische Präsidentschaftswahl 2019 deutlich. Laut Treffer [1] erhielt er in der Stichwahl etwa 73 Prozent. Daraus folgt weder, dass seine Regierung aktuell „dringend“ ausgetauscht werden müsse, noch das Gegenteil.
Quellenbezug: [1] Wikipedia – Sekundärquelle; stützt im Auszug nur die deutliche Wahl Selenskyjs 2019. [6] ZDFheute – Sekundärquelle; erwähnt im Auszug, dass seine reguläre Amtszeit eigentlich beendet wäre, er wegen des Kriegszustands aber im Amt bleibt. Die übrigen Treffer sind allgemeine Themenseiten oder Beiträge ohne Beleg für die Forderung.
Einordnung: Die Formulierung delegitimiert die gesamte ukrainische Führung, ohne konkrete Gründe, Rechtsgrundlagen oder Alternativen zu nennen. Fragen zu Kriegsrecht, verschobenen Wahlen und demokratischer Kontrolle wären relevant, werden aber nicht differenziert behandelt. Ein nachgewiesener Plan zum undemokratischen Machtaustausch ist dem Satz allein nicht zu entnehmen.
Aussage: „Dieses Land [die Ukraine] hat uns sogar angegriffen (Nord Stream 2).“
Bewertung: ⚫ unbelegt
Warum: Der Satz behauptet nicht nur eine Verbindung ukrainischer Personen zur Sabotage, sondern einen Angriff der Ukraine als Staat auf Deutschland. Dafür wären Belege nötig, dass die Täter im staatlichen Auftrag handelten und dass die ukrainische Regierung beziehungsweise zuständige staatliche Stellen verantwortlich waren. Keine der bereitgestellten Quellen behandelt Nord Stream oder weist eine solche staatliche Verantwortung nach.
Selbst ein Tatverdacht gegen ukrainische Staatsangehörige oder eine pro-ukrainische Gruppe würde nicht automatisch beweisen, dass „die Ukraine“ den Anschlag angeordnet oder ausgeführt hat. Auch die politische und rechtliche Einordnung als Angriff „auf uns“ bedarf zusätzlicher Begründung: Die beschädigten Leitungen lagen in der Ostsee, und Eigentums-, Betreiber-, Hoheits- sowie Bündnisfragen sind komplex. Die Behauptung ist daher deutlich weitergehend als ein möglicher Ermittlungsstand.
Quellenbezug: Keiner der Treffer [1] bis [8] passt zur Nord-Stream-Behauptung. Es fehlt insbesondere eine Primärquelle aus einem Ermittlungsverfahren, eine Anklageschrift, ein rechtskräftiges Urteil oder eine offizielle Feststellung staatlicher Verantwortung. Die vorhandenen Selenskyj-Seiten sind hierfür ungeeignet.
Einordnung: Dies ist der entscheidende irreführende Schritt des Beitrags. Ein möglicherweise vorhandener Verdacht wird sprachlich zur erwiesenen staatlichen Aggression verdichtet. So entsteht das Feindbild eines angeblich undankbaren Empfängerstaates, der Deutschland angreife und dennoch Geld erhalte. Faktisch belastbar ist diese pauschale Zuschreibung anhand des Materials nicht.
Aussage: Die Ukraine solle Deutschland „keinen Cent mehr“ kosten.
Bewertung: ⚪ nicht prüfbar
Warum: Das ist eine politische Forderung nach Beendigung sämtlicher finanzieller Belastungen, keine Tatsachenbehauptung. Offen bleibt außerdem, welche Ausgaben gemeint sind: militärische Unterstützung, humanitäre Hilfe, Aufnahme Geflüchteter, EU-Beiträge, Kredite oder Wiederaufbauhilfe.
Quellenbezug: Die bereitgestellten Treffer enthalten keine Aufstellung deutscher oder europäischer Ukraine-Ausgaben. Sie eignen sich daher weder zur Bezifferung noch zur Bewertung der Kosten.
Einordnung: „Keinen Cent mehr“ ist eine absolute Formel. Sie lässt unterschiedliche Hilfsformen, Rückflüsse, Kredite, gemeinsame europäische Finanzierung sowie sicherheits- und außenpolitische Folgekosten außer Betracht. Die Formulierung zielt auf eine emotionale Null-Lösung, nicht auf eine abgewogene Kosten-Nutzen-Prüfung.
Aussage: „Die EU sagt denen zwei Jahre jeweils 70 Mrd. Militärhilfe zu.“
Bewertung: ⚫ unbelegt
Warum: Der Kommentar ist abgeschnitten, ohne Datum und sprachlich nicht eindeutig. Unklar ist, ob 70 Milliarden Euro pro Jahr, insgesamt, je Mitgliedstaat oder für einen bestimmten Mechanismus gemeint sind. In den bereitgestellten Treffern findet sich keine entsprechende EU-Entscheidung. Deshalb kann die konkrete Zahl weder bestätigt noch sauber widerlegt werden.
Quellenbezug: Keiner der Treffer [1] bis [8] nennt eine EU-Zusage über zwei Jahre mit jeweils 70 Milliarden Euro Militärhilfe. Es fehlt ein Beschluss des Europäischen Rates oder des Rates der EU, ein EU-Haushaltsdokument oder eine Mitteilung der Europäischen Kommission. Allgemeine Nachrichtenseiten zu Selenskyj sind für diese konkrete Zahl ungeeignet.
Einordnung: Große, unaufgeschlüsselte Summen können den Eindruck unkontrollierter Zahlungen erzeugen. Ohne Datum, Währung, Zeitraum, Finanzierungsinstrument und Unterscheidung zwischen EU, Mitgliedstaaten, Krediten und Militärhilfe ist die Aussage nicht belastbar. Wegen des fehlenden Kommentarendes ist zusätzlich möglich, dass der Sinn verkürzt wiedergegeben wird.
QUELLENLAGE
- [1] Wolodymyr Selenskyj – Wikipedia
Nachdem Selenskyj im Frühjahr 2019 den ersten Wahlgang und die Stichwahl der Präsidentschaftswahl in der Ukraine mit etwa 73 Prozent klar vor dem amtierenden Petro Poroschenko gewonnen hatte, … - [2] Wolodymyr Selenskyj – DER SPIEGEL
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WAS FEHLT FUER EINE HAERTERE PRUEFUNG?
- Der vollständige, unveränderte Screenshot einschließlich Datum, Plattform-Link und komplettem Kommentartext.
- Die ursprüngliche Fundstelle des Beitrags, damit geprüft werden kann, ob Textteile abgeschnitten, nachträglich verändert oder aus einem anderen zeitlichen Kontext übernommen wurden.
- Offizielle Unterlagen der zuständigen Ermittlungs- und Justizbehörden zur Nord-Stream-Sabotage, insbesondere zum Tatverdacht, möglichen Haftbefehlen, Beweismitteln und zur Frage eines staatlichen Auftrags.
- Eine klare Trennung zwischen mutmaßlichen ukrainischen Einzelpersonen, nichtstaatlichen Gruppen, militärischen Stellen und der ukrainischen Staatsführung. Ohne diesen Nachweis ist die Aussage „die Ukraine hat uns angegriffen“ nicht haltbar.
- Der konkrete EU-Beschluss oder Haushaltsakt, auf den sich „zwei Jahre jeweils 70 Mrd. Militärhilfe“ beziehen soll, einschließlich Datum, Währung, Zeitraum und Finanzierungsinstrument.
- Offizielle ukrainische Wahl- und Verfassungsunterlagen für eine präzisere Prüfung von Selenskyjs Wahl, Amtszeit und der Rechtslage während des Kriegszustands.
- Eine belastbare Kostenaufstellung, falls die Behauptung über finanzielle Belastungen quantifiziert werden soll. Dabei müssten deutsche, bilaterale und EU-weite Leistungen sowie Militärhilfe, humanitäre Hilfe, Kredite und Flüchtlingskosten getrennt ausgewiesen werden.
Hinweis: Dies ist eine automatische KI-Vorpruefung und kann Fehler enthalten. Bitte wichtige Ergebnisse anhand der Quellen selbst gegenpruefen.