AfD im Netz

Recherche, Quellen und Dokumentation zur AfD

AfD-Chronologie: Gründung, Wahlen und Rechtsstatus seit 2013

Belegte Zeitleiste · 2013 bis 2026 · Stand: 18. Juli 2026

Diese Chronologie ordnet zentrale Stationen der Alternative für Deutschland (AfD) seit ihrer Gründung zeitlich ein. Jeder Eintrag führt unmittelbar zu einer amtlichen Wahlquelle, einem Gerichts- oder Behördenbeleg, einem offiziellen Parteidokument oder – bei der frühen Parteigeschichte – zu einer klar gekennzeichneten institutionellen Sekundärquelle.

Auswahlgrenze: Aufgenommen werden belegbare Zäsuren für Partei, Programme, parlamentarische Vertretung und Rechtsstatus. Nicht jede Personaldebatte, Äußerung oder Medienkontroverse gehört in diese Kernchronologie. Behördenbewertungen sind keine Gerichtsurteile; Verdachtsfall, gesichert extremistische Bestrebung und vorläufiger Rechtsschutz werden ausdrücklich getrennt.

Gründung und erste Parlamentseinzüge: 2013 bis 2016

Gründung der AfD

Die Partei wird offiziell gegründet. Davon zu unterscheiden ist der Gründungsparteitag am 13. April 2013 in Berlin.

bpb: Etappen der Parteigeschichte institutionelle Sekundärquelle

Erster Einzug in einen Landtag

Bei der Landtagswahl in Sachsen erreicht die AfD 9,7 % der Listenstimmen und 14 Sitze.

Freistaat Sachsen: Landtagswahl 2014 amtliche Wahlquelle

Bundestag, alle Landesparlamente und „Flügel“: 2017 bis 2020

BfV-Hochstufung des damaligen „Flügels“

Das Bundesamt für Verfassungsschutz gibt die Einstufung des innerparteilichen Personenzusammenschlusses als „erwiesen extremistische Bestrebung“ bekannt. Das OVG NRW bestätigt 2024 die Rechtmäßigkeit der damaligen Beobachtung, Hochstufung und Bekanntgabe.

OVG NRW: Urteile vom 13. Mai 2024 gerichtliche Quelle, rückblickender Beleg

Bundestagswahl und Verdachtsfallverfahren: 2021 bis 2024

Erneuter Bundestagseinzug

Die AfD erhält ursprünglich 10,3 % der Zweitstimmen und 83 Sitze. Nach der späteren Berliner Teilwiederholung wird der bundesweite Anteil amtlich auf 10,4 % neu festgestellt; die Sitzzahl bleibt unverändert.

Bundeswahlleiterin: korrigiertes endgültiges Ergebnis amtliche Wahlquelle

VG Köln bestätigt Einstufung als Verdachtsfall

Das Verwaltungsgericht weist die Klage der AfD ab und sieht ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen. Das Urteil ist zu diesem Zeitpunkt noch berufungsfähig.

VG Köln: Urteil und Verfahrensabgrenzung gerichtliche Quelle

Bundesverfassungsgericht ordnet Berliner Teilwiederholung an

Die Bundestagswahl 2021 muss in 455 Berliner Wahlbezirken und den zugehörigen Briefwahlbezirken wiederholt werden.

Bundesverfassungsgericht: Urteil 2 BvC 4/23 gerichtliche Quelle

OVG NRW bestätigt Beobachtung als Verdachtsfall

Das Oberverwaltungsgericht weist die Berufungen von AfD und damaliger Jugendorganisation ab. Es betont zugleich: Ein begründeter Verdacht ist nicht gleichbedeutend mit einer erwiesen extremistischen Bestrebung.

OVG NRW: drei Berufungsurteile gerichtliche Quelle

Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen

In Sachsen erreicht die AfD 30,6 % der Listenstimmen und 40 Sitze. In Thüringen wird sie mit 32,8 % der Landesstimmen und 32 Sitzen erstmals bei einer Landtagswahl stärkste Partei.

Sachsen: endgültiges Ergebnis · Thüringen: endgültiges Ergebnis amtliche Wahlquellen

Bundestagswahl und aktueller Rechtsstand: 2025 bis 2026

BfV-Hochstufungsmitteilung, Klage und Stillhaltezusage

Das BfV gibt am 2. Mai eine Hochstufung der Gesamtpartei zur „gesichert rechtsextremistischen Bestrebung“ bekannt. Die AfD klagt am 5. Mai. Am 8. Mai sagt das BfV zu, die Hochstufung bis zur gerichtlichen Eilentscheidung auszusetzen und nicht öffentlich zu verwenden.

VG Köln: Stillhaltezusage gerichtliche Verfahrensquelle

OVG-Urteile werden rechtskräftig

Das Bundesverwaltungsgericht weist in drei Beschlüssen die Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision zurück. Damit werden die OVG-Urteile zur AfD als Verdachtsfall, zur damaligen Jugendorganisation und zum ehemaligen „Flügel“ rechtskräftig. Dies entscheidet nicht über die separate Hochstufung von 2025.

Bundesverwaltungsgericht: Beschlüsse 6 B 21.24, 6 B 22.24 und 6 B 23.24 höchstrichterliche Quelle; Pressemitteilung vom 22. Juli 2025

BGH bestätigt zwei Verurteilungen Björn Höckes

Der Bundesgerichtshof verwirft in zwei Beschlüssen die Revisionen des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden. Damit sind zwei Geldstrafen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen rechtskräftig. Die Verfahren betreffen die Verwendung beziehungsweise die vom Publikum vervollständigte Verwendung der SA-Parole „Alles für Deutschland“ in Merseburg 2021 und Gera 2023. Die Entscheidungen sind keine allgemeine gerichtliche Einstufung Höckes oder der AfD.

BGH: Pressemitteilung 168/2025 amtliche Zusammenfassung vom 11. September 2025 · 3 StR 484/24 · 3 StR 519/24 amtliche Beschlüsse

VG Köln untersagt Hochstufung vorläufig

Bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Hauptsacheverfahrens darf das BfV die Gesamtpartei nicht als gesichert rechtsextremistische Bestrebung einstufen, behandeln oder öffentlich so bezeichnen. Der starke Verdacht und die rechtskräftige Verdachtsfalleinstufung bleiben davon unberührt.

VG Köln: Eilbeschluss 13 L 1109/25 vorläufige gerichtliche Entscheidung

Chronologie vertiefen

Aktualisierung: Laufende Gerichts- oder Behördenverfahren werden erst als neue Station ergänzt, wenn eine offizielle Mitteilung oder Entscheidung vorliegt. Wird ein vorläufiger Stand später geändert, muss der ältere Eintrag mit Verfahrensstatus erhalten und durch die neue Station ergänzt werden.